FairWertung

... das Selbstverständnis von FairWertung
... das Selbstverständnis von FairWertung

Präambel

Der Dachverband FairWertung e.V. (im Folgenden: FairWertung) ist ein Zusammenschluss von gemeinnützigen Organisationen und deren Tochtergesellschaften, die Kleidersammlungen durchführen. Sie alle verbindet die gemeinsame Überzeugung, dass jede Organisation, die Kleidung sammelt, weitergibt oder verkauft, Akteur in der Textilrecycling-Kette und Lieferant für den globalen Handel mit Gebrauchtkleidung ist. FairWertung beschäftigt sich deshalb mit den daraus entstehenden Auswirkungen auf Mensch und Umwelt und setzt sich für einen sozial- und umweltverträglichen Umgang mit Gebrauchtkleidern ein. Vor diesem Hintergrund hat FairWertung die nachfolgenden Prinzipien für seine Arbeit beschlossen und Kriterien für eine faire Sammlung und Vermarktung von Gebrauchtkleidung und Schuhen entwickelt. Ziel ist es, möglichst viele Organisationen zu gewinnen, die sich diesen Bestrebungen anschließen und die sich dieses Selbstverständnis zu eigen machen.

 

Deutliche Erkennbarkeit

Gruppen und Organisationen, die sich gegenüber dem Dachverband FairWertung vertraglich verpflichten, die Kriterien für eine faire Sammlung und Vermarktung einzuhalten, sind berechtigt, das Zeichen FairWertung zu verwenden. Ihre Sammlungen sind für Verbraucherinnen und Verbraucher am Zeichen FairWertung auf Sammelaufrufen, Sammeltüten oder Kleidercontainern zu erkennen.

 

Eindeutige Verantwortlichkeit

Organisationen, die Kleidersammlungen mit dem Zeichen FairWertung durchführen, tragen Verantwortung für die in ihrem Namen durchgeführten Kleidersammlungen und ihre korrekte Abwicklung. Die Vergabe einer Namens- oder Marken-Lizenz an Dritte, insbesondere gewerbliche Firmen, ist deshalb ausgeschlossen.

 

Klare Sammlungsgrundsätze

Organisationen, die FairWertung angeschlossen sind, verpflichten sich, in ihrer Werbung und in Sammelaufrufen nur eindeutige und wahrheitsgemäße Angaben über Träger, Zweck und Verwendung der Kleidersammlungen zu machen. Irreführende oder verschleiernde Formulierungen sind zu unterlassen. Sie verpflichten sich, alle für Kleidersammlungen geltenden gesetzlichen Bestimmungen einzuhalten. Strassen- oder Containersammlungen ohne erforderliche Genehmigung sind ausgeschlossen.

 

Ordnungsgemäße Vermarktung und Sortierung

Die FairWertung angeschlossenen Organisationen geben Kleidung nur gegen Quittung oder Mengennachweis an gewerbliche Unternehmen ab. Sie verpflichten sich zur Einhaltung der geltenden Arbeits- und Sozialgesetze, zu einer korrekten Rechnungslegung sowie zur Einhaltung aller Export- und Importbestimmungen. Sie arbeiten prioritär mit Firmen zusammen, die sich ebenfalls vertraglich und nachprüfbar gegenüber FairWertung auf diese Prinzipien verpflichtet haben.

 

Umweltschutz und verantwortliche Entsorgung

Die FairWertung angeschlossenen Organisationen, die gesammelte Kleidung selbst sortieren, stellen in ihrem Einflussbereich sicher, dass unbrauchbare Bestandteile gemäß Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz entsorgt werden. Insbesondere verpflichten sie sich, unbrauchbare Kleidung, textile Reste und Abfälle nicht in Container anderer Sammelorganisationen einzuwerfen oder deren Straßensammlungen hinzuzufügen, um auf verdeckte Weise Entsorgungslasten auf andere abzuwälzen.

 

Umfassende Transparenz und Kontrolle

Die FairWertung angeschlossenen Organisationen verpflichten sich zu Transparenz bei der Verwertung und Vermarktung ihrer Kleidersammlungen. Sie dokumentieren ihre Sammelergebnisse und die Verwendung der Kleidung. Sie erklären sich damit einverstanden, die Einhaltung aller Sammlungs-, Verwertungs- und Vermarktungskriterien, auf die sie sich vertraglich verpflichtet haben, durch FairWertung oder durch von FairWertung beauftragte Prüfer prüfen zu lassen.

 

Konsequente Information und Aufklärung

FairWertung informiert über ökologischen Nutzen, Arbeitsweise und Kosten des Textilrecyclings. Der Verband klärt über die gewerbliche Verwertung von Gebrauchttextilen sowie den globalen Handel mit Gebrauchtkleidung auf und begegnet falschen Erwartungen hinsichtlich der Weiter- und Wiederverwendung von Secondhand-Kleidung und textilen Rohstoffen.

 

Entwicklungspolitische Verantwortung

FairWertung sucht den Dialog mit Partnerorganisationen in Ländern, die Secondhand-Kleidung importieren, um die ökologischen und sozialen Folgen von kommerziellen Exporten und Hilfsgütertransporten besser beurteilen zu können. Ziel des Dialogs ist es, Maßnahmen zu entwickeln, die zur Verbesserung der örtlichen Lebensbedingungen beitragen. Dazu arbeitet FairWertung unter anderem an Kriterien für entwicklungspolitisch sinnvolle und ethisch verantwortbare Hilfslieferungen mit Gebrauchtkleidung.

 

Direkte und indirekte Beschäftigungsförderung

FairWertung fördert die Zusammenarbeit mit Beschäftigungsinitiativen, die Arbeitsfelder im Textilrecycling erschließen und Bildungs-, Beschäftigungs- und Beratungsmöglichkeiten für von Langzeitarbeitslosigkeit betroffene Menschen anbieten. Sie leisten damit einen Beitrag zur Wiederaneignung arbeitsbezogener Kompetenzen und zur Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt.

 

Förderung von Secondhand-Strukturen

FairWertung setzt sich aus ökologischen und sozialen Gründen für einen Ausbau der Secondhand-Strukturen in Deutschland ein. Dazu gehört auch die Werbung für die Akzeptanz von Secondhand-Kleidung. (verabschiedet auf der Mitgliederversammlung am 26.4.2006)

Ausführliche Informationen über den sinnvollen Umgang vielleicht auch in Ihrer Region sind über die aktion hoffnung und dem Dachverband FairWertung e.V. unter
http://www.fairwertung.de/ erhältlich.